Der vergessene aktive Schallschutz
Fluglärm über Nauheim und Königstädten

RF-leg-Südumfliegung:

Ein HMWEVL-Projekt der Hessischen Landesregierung… *)

 

  • Seit Jahren geistern Flugzeuge mit „Spuruntreue-Problemen“ über die Südumfliegung, unter anderem ein bestimmter Super-Heavy-Typ.
  • Seit Monaten liegt ein – das Problem lösendes – Flugverfahren für die Südumfliegung auf dem Tisch (ausgearbeitet von einem Piloten mit Super-Heavy-Flugerfahrung), das Nauheim, Trebur und Mainz vor Überflügen schützen würde.
  • Dem zum Trotz favorisiert seit März 2016 das HMWVEL ein sogenanntes „RF-leg-Flugverfahren“, das ausdrücklich nur Trebur und Mainz vor Überflügen schützen soll.
  • Am 07. Dezember 2016 setzte das HMWEVL das eigene Projekt, die RF-leg-Südumfliegung, in der Kommission zur Abwehr des Fluglärms (FLK) durch: In der FLK stört sich die Mehrheit der Kommissionsmitglieder offensichtlich nicht an örtlicher Willkür dieses Flugverfahrens, demzufolge >näher zum Flughafen liegende Siedlungs-Schwerpunkte (Nauheim) weniger schutzwürdig sind und überflogen werden sollen, als weiter entfernte (Trebur und Mainz)<. Nichtsdestoweniger fällt eine abnorme Lösung auf:

 

1.  Zwei ganz normale Turns der Südumfliegung (am Mönchhof-Dreieck und bei Trebur) wurden völlig unerwartet mit RF-leg-Technik festgeschrieben: Das darf mit unglaubwürdig bewertet werden, denn...

2. erwartet wurde RF-leg-Technik zur Erleichterung einer eher schwierig abzufliegenden Streckenführung, nämlich: Vier in kurzen Abständen abzufliegende Radiale der ehemaligen Route 5 (>VFM + FFH< über Nauheim, dann >CHA + TAU< über Astheim und östliches Mz-Weisenau in Richtung Taunus/Norden abdrehend), wie es als Flugverfahren von der Deutschen Flugsicherung (DFS)…

3. im Raumordnungs- und Planfeststellungs-Verfahren seit dem 19. April 2001 als DFS-Radarführungsstrecken bekannt waren und als

4. „Lärmachse“ auf der planfestgestellten Karte des Siedlungs-Beschränkungsgebietes über Nauheim ausgewiesen ist …

5.   im Lufthandbuch temporär zwischen 2001 und 2012 aufgenommen war…

6.  per betriebsbereiten Nauheimer-Funkfeuer-VFM für den Regelbetrieb eines „ unabhängigen Betriebes“ seit 2012 einsatzbereit ist, aber

7.  wegen Regelwidrigkeit schon zuvor, im März 2011 von der FLK abgewählt war (über vorausgegangene Austrittsdrohungen aus der FLK wurde später gemunkelt), kurzum:

8. Das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) legte im März 2012 das am Funkfeuer VFM abzweigende Flugverfahren zunächst einmal per Änderungsverordnung auf Eis.

 

Nach dieser Chronologie muss mal wieder festgestellt werden:

  • das Tricksen und Täuschen rund um die Flughafenerweiterung durch Politik und verbündete Juristen nimmt allem Anschein nach von selbst kein Ende!

… *)

> RF-leg     = radius-to-fix = Ein Flugverfahren: >Abzufliegender Kreisbogen< anstelle von >Wegpunkte abfliegen<

> HMWEVL = Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landwirtschaft

 

 

Nachtrag: Bürgerinitiativen tauschten sich intern selbstverständlich auch über Probleme und Lösungen zu Flugverfahren aus: Auf die Südumfliegung-Spuruntreue-Diskussion zielt ein viel diskutierter, weiterhin aber hochaktueller Lösungsansatz, der, in weiß ausgelegt, bekannt ist im HMWEVL sowie in der FLK, aber auch dem Nauheimer FLK-Kommissionsmitglied sowie der Nauheimer Klagevertretung zur aktuellen Südumfliegungs-Klage vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof Kassel (VGH):


Forderung: Die östlich von Rüsselsheim und Nauheim in „weiß“ ausgelegte sogenannte Nachtroute, Kurs 184°/5 NM zu FFM (= 1. Abdrehpunkt) als Flugverfahren für die Südumfliegung verordnen zu lassen.

 

Begründung: Vor Inbetriebnahme der Startbahn 18 West fungierte vorgenannte Nachtroute unter Kurs 200°/4,5 NM als generelle Tagroute. Eine ehrliche(!) Nachtroute mit Kurs 185°/4,5 NM wurde ursprünglich seit 1971 parallel zur Startbahn-18-West um mehr als eine halbe Meile weiter östlich von Rüsselsheim und Nauheim in der Nacht betrieben (siehe  Minimum-Noise-Departure-Routing).