Der vergessene aktive Schallschutz
Fluglärm über Nauheim und Königstädten


Die finale Täuschung

Lärmobergrenzen hebeln eiskalt Minimum-Noise-Routing von 1971/1984 aus: Brechen Hessische Politiker tatsächlich Anrainer-Lärmschutzrechte am Flughafen?


Gezeigte Charts während der FLK-Sondersitzung am 16. August 2017 geben Gewissheit, dass inzwischen alle politischen Institutionen von Land und Kommunen rund um den Frankfurter Flughafen (Umwelthaus, Zukunft Rhein-Main, Fluglärmkommission und "politisch ausgerichtetes BBI") die seit 1971/1984 bestehende Raumordnung am Frankfurter Flughafen ändern wollen. Nachdem im Norden des Lärmschutzbereiches bereits zwei neue Flugeingänge ohne rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss installiert wurden, geht es nun noch um einen zusätzlichen Flugausgang im Südwesten des Flughafens, der schon jetzt („willkürlich“) über Anrainer-Siedlungsgebiete gelotst wird (Südumfliegung). Es ist eine Entwicklung sichtbar geworden, demnach


  • eine neue Raumordnung hergestellt werden könnte auf der Basis eines breiten politischen Konsens nach willkürlich festgelegten Regeln, die aber
  • vom klar strukturierten Fluglärmschutzgesetz abweichen in den Punkten Sinnhaftigkeit von Lärmschutzbereichen und Sinnhaftigkeit von Minimum-Noise-Routing, indem
  • steuerbare Lärmobergrenzen kreiert würden mit Hilfe von veränderbarem Routing **).

 

Als Bewertungs-Kriterium käme eine bereits spezifizierte „Retortenzahl“ („Frankfurter-Fluglärmindex“) in Frage: Das Regel- und Rechenwerk befindet sich im fortgeschrittenen Stadium.

 

Bitte lesen Sie auch Seite 6 des folgenden Links mit dem Hinweis auf Differenzierung: Tag- und Nacht-Fluglärmindex.


http://www.flk-frankfurt.de/eigene_dateien/sitzungen/241b._sitzung_am_16.8.2017/top_3_-_praes._hr._lanz__fluglaerm-monitoring_des_unh__16.8.2017.pdf


**) Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir informierte die Öffentlichkeit am 17. Januar 2017 in Offenbach: „… in Zukunft sind auch andere Flugrouten möglich… denn wenn es Neuerungen geben sollte, die an einer Stelle eine kleine zusätzliche Belastung bedeuten würde, aber an einer anderen eine größere Entlastung, wäre das dann nicht mehr möglich.


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Die finale Täuschung: Informationsstand vom Februar 2017

Austricksen des Anrainer-Schutzgesetzes gegen Fluglärm am Flughafen Ffm mittels Lärmobergrenzen?!!

Mit Bekanntgabe eines lang vorbereiteten Lärmobergrenzen-Modells durch den Hessischen Wirtschaftsminister blieben Mitte November 2016 zunächst entsprechende Flugverfahren noch im Nebulösen. Nur eins wurde klar: Es wird nicht leiser.

Als dann der Wirtschaftsminister am 17. Januar 2017 in Offenbach ankündigte, dass er mittels Lärmobergrenzen Flugrouten am Flughafen Ffm ändern will, hatte er dieses bereits zuvor im Dezember 2016 für die Südumfliegung längst angestoßen mit einem neuen Flugverfahren über einem neu eingerichteten Flugausgang.

Dieser Flugausgang wurde, was allgemein wenig bekannt sein dürfte, erst im Oktober 2011 zeitgleich mit Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest von der Hessischen Landesregierung per Lärmschutzbereichsverordnung (in zynischer Weise als „MINIMUM-NOISE-ROUTING“) eingerichtet. Die Zahl der Flugausgänge nach Süden erhöhte der Gesetzgeber damit von 3 auf 4 (!) und hebelte willkürlich den bis dato gesetzlichen Schutz gegen Fluglärm am Flughafen aus.

In diesem Zusammenhang muss an jene Vorgabe des Hessischen Wirtschaftsministers unter der Regierung Roland Koch erinnert werden, mit dem das Raumordnungsverfahren definitiv angeschoben worden ist:

„… die Vereinbarkeit der Vorhabensvarianten… mit den Erfordernissen der Raumplanung kann hergestellt werden. *)

 

*) LEBENSQUELLE BANNWALD 2002, IG Bauen-Agrar-Umwelt: